Monthly Archives: März 2014

Gemaltes Gedenken: Edith Kahn – Ester Alsberg

Das Porträt der Buchauer Jüdin Ester Alsberg ist nun in ihrer verlorenen Heimat zu sehen. Es hängt ganz in der

Nähe ihres ehemaligen Klassenzimmers. Ein guter Platz, finden (von links) Charlotte Mayenberger vom Freundeskreis „Juden in Buchau“, Dauerleihgeber Veit Feger, Künstlerin Marlis Glaser, Schulleiter Dr. Matthias Hoffmann.

Es sind gemalte Denkmäler, Erinnerungs- und Gedenkzeichen der besonderen Art: Die Attenweiler Künstlerin Marlis Glaser möchte mit Pinsel und Farbe an das Schicksal jüdischer Emigranten erinnern. Eine von ihnen: die in Buchau geborene Edith Kahn, die heute Ester Alsberg heißt. Dank einer Dauerleihgabe ist das Porträt Ester Alsbergs nun in ihrer verlorenen Heimat zu sehen: im Foyer des Progymnasiums, dort, wo die heute 84-Jährige einst zur Schule ging.

Die großen dunklen Augen berühren am meisten. Eindringlich und mit kindlichem Ernst scheinen sie den Betrachter direkt anzublicken. Im Arm hält das kleine Mädchen im hellblauen Kleid eine Puppe. Vielleicht eines der wenigen Habseligkeiten, die Edith Kahn bei ihrer Vertreibung nach Israel mitnehmen konnte?

Andenken an die liebe Edith

Künstlerin Marlis Glaser weist aber noch auf ein anderes Detail ihres Werks: „Zum Andenken an Eure liebe Edith“ ist in kindlich gemalter Schreibschrift am linken oberen Bildrand zu lesen. Den Schriftzug hat Glaser von einer Fotografie Edith Kahns übernommen, von der sich die freiberufliche Künstlerin zu ihrem Porträt inspirieren ließ. Auch das Datum ist vermerkt: 1. 2. 1939. „Man muss sich das vorstellen, das war nach der Pogromnacht!“, wundert sich Glaser über die versöhnliche Widmung. Die kleine Edith habe das Foto damals einem Buchauer Nachbarmädchen geschenkt. Kurz darauf musste die Familie emigrieren.

Marlis Glaser hat für ihren Bilderzyklus „Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum“ – benannt nach einem Zitat aus der Genesis – bislang 70 Holocaust-Überlebende und mittlerweile auch deren Kinder und Enkelkinder in Israel, hauptsächlich aus Shavei Zion, porträtiert. Wie bei Ester Alsberg war es der Künstlerin wichtig, zunächst behutsam Kontakt aufzubauen, die Menschen, ihre Lebensumstände und ihr Schicksal kennenzulernen. In das Gemälde fließen so biografische, geschichtliche und biblische Bezüge. Das Porträt Ester Alsbergs stelle ja „nicht nur ein historisches Kinderbild“ dar, so Glaser. „Durch den Schriftzug werden die Bilder erst historisch konkret.“

Für Veit Feger sind Glasers Werke deshalb eine einzigartige und „ganz besondere Form der Würdigung“. Der Ehinger Kunstfreund hat das Porträt Ester Alsbergs erworben und stellt es nun dem Bad Buchauer Progymnasium als Dauerleihgabe zur Verfügung. Ergänzt wird das Kinderbild vorübergehend durch ein weiteres Gemälde Glasers aus dem Besitz Veit Fegers, das die heutige Ester Alsberg zeigt und normalerweise in Hans Konrads „Haus Dreyfus“ zu sehen ist. „Ich fände es schade, wenn sie nur im Wohnzimmer hängen würden“, scherzte Feger bei der feierlichen Übergabe der Werke am Freitag: „Ein künstlerisches Bild gehört nach Möglichkeit in den öffentlichen Raum.“ Und wohl ganz besonders in diesem Raum. „Es freut mich, dass das Bild an den Ort von Ester Alsbergs Kindheit zurückgekehrt ist“, sagte Schulleiter Matthias Hoffmann. Denn nur ein paar Schritte weiter befindet sich auch das frühere Klassenzimmer Edith Kahns, ergänzte Charlotte Mayenberger vom Freundeskreis „Juden in Buchau“. Mayenberger hat die 84-Jährige zusammen mit Bürgermeister Peter Diesch bei einer Israelreise persönlich kennengelernt. Und das, obwohl Alsberg, die heute in regelmäßigem Kontakt zu Mayenberger steht, zunächst Vorbehalte hatte, die deutschen Besucher zu treffen. Durchaus verständlich, wenn man sich ihre Geschichte vor Augen hält. Ihre Vertreibung aus Deutschland und ihr weiteres Schicksal in Israel stellten die Zehntklässlerinnen Kim Rechsteiner und Ida Ziegler vor.

Text und Foto: Annette Grüninger (SZ)

(Erschienen: 21.03.2014 19:25)

Weitere Informationen zu Esther Alsberg, zur Verfügung gestellt von Frau Charlotte Mayenberger (www.JudeninBuchau.de).

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Armin Steinhauser: 40jähriges Dienstjubiläum!

Herr Oberstudienrat Armin Steinhauser kann dieses Schuljahr auf sein 4ojähriges Dienstjubiläum zurückblicken. Schulleiter Dr. Hoffmann überreichte ihm die Dankesurkunde des Landes Baden-Württemberg, das dieses Jubiläum außerdem mit einer Landesgabe und einem Tag Sonderurlaub honoriert. Frau Dr. Pacher, die Schulpräsidentin des Regierungspräsidiums, dankte ihm in einem persönlichen Schreiben für seine Verdienste.

Nachdem Steinhauser 1971 am Wieland-Gymnasium in Biberach das Abitur abgelegt hatte, leistete er seinen Wehrdienst und begann in Tübingen das Studium der Fächer Anglistik und Sport. Ein Semester lang studierte er an Tübingens Partneruniversität in Leicester. 1979 beendete er sein Studium mit dem ersten Staatsexamen. Darauf folgte in Weingarten das Referendariat , sodass Steinhauser am 2. Februar 1981 seine erste Stelle am Kreisgymnasium Riedlingen antreten konnte. Schon im August wechselte er nach Bad Buchau, wo er ohne Unterbrechung bis heute unterrichtet. 1992 wurde Steinhauser zum Oberstudienrat befördert.

Er unterrichtet seine Fächer Englisch und Sport mit großem persönlichen Einsatz, darüber hinaus aber auch Deutsch, Latein und Technik. Für Englisch übernahm er am Progymnasium die Fachbetreuung. Der Schüleraustausch mit England, der später durch die Londonfahrten der Klassen 8 abgelöst wurde, war und ist eine weitere verantwortungsvolle Aufgabe.

Viele Jahre lang wirkte er als Verbindungslehrer und ist Mitglied der Schulkonferenz. Für das frühere Oberschulamt war er Ansprechpartner für die Kooperation „Schule und Sportverein“, in Buchau organisiert er diese Zusammenarbeit selbst. Von langer Dauer  ist auch seine Tätigkeit als Mitbetreuer der Volleyballmannschaften an Schulen und im Sportverein.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch sein Engagement für das Kollegium: Steinhauser, Schulvertreter des  Philologenverbandes, setzt sich seit vielen Jahren im Personalrat wie in der Schulkonferenz prononciert und fundiert für die Lehrer am Progymnasium ein und ist Kollegen wie Schulleitung ein vertrauensvoller Berater. Der Schulleiter, Dr. Matthias Hoffmann, sprach Steinhauser für die engagierte pädagogische Leistung und die Verdienste um die Schulgemeinschaft seine besondere Anerkennung aus.

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Bild: Andreas Berdami
Text: Martin Gabel
 

Schulsozialarbeit wird gut angenommen – Neue Medien als Herausforderung

Seit vier Jahren gibt es die Schulsozialarbeit in Bad Buchau an der Federseeschule. Seit zwei Jahren auch am Progymnasium. Und einmal im Jahr stellt Schulsozialarbeiter Jochen Hartnagel seine Arbeit im Gemeinderatsgremium vor. Seine Bilanz: Die Schulsozialarbeit wird gut angenommen, die Akzeptanz bei Schülern, Lehrern und Eltern sei gut. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Prävention und eine Hauptherausforderung derzeit der Umgang mit neuen Medien.

Die Arbeit von Hartnagel gliedert sich in vier Aufgabenbereiche: Einzelfallhilfe und Beratung, Klassenprojekte, Gruppenprojekte und die Arbeit im Gemeinwesen. „Das persönliche Gespräch mit den Schülern ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit“, sagt Hartnagel. Im vergangenen Jahr habe er 71 Schülerkontakte gehabt. 60 in der Federseeschule und elf am Progymnasium. Dabei standen Themen wie Mobbing und Ausgrenzung, schulische Probleme, aber auch familiäre Probleme und das Sozialverhalten im Vordergrund.

Häufig machen die Lehrer Hartnagel auf einzelne Schüler aufmerksam, so dass dieser das Gespräch suchen kann. Aber zunehmend kämen auch die Schüler direkt auf ihn zu. Die Hemmschwelle dies zu tun, sei gefallen. Aber auch Eltern und Lehrer suchen den Rat des Schulsozialarbeiters.

Im Bereich der Prävention bewegen sich die Klassenprojekte, die Hartnagel durchgeführt hat. Mit der 3b der Federseeschule stand das Thema „Soziales Lernen“ im Vordergrund. In der Klasse 7 wurden die Themen Gewalt- und Suchtprävention angesprochen. Beim Progymnasium war der Schulsozialarbeiter in die Klassen 5a und 5b.

Bei den Gruppenangeboten, die außerhalb des Klassenverbands angeboten werden, hob Hartnagel das „MAUS“-Projekt hervor. Dabei befassen sich die Teilnehmer aus den sechsten Klassen intensiv mit allen Facetten der neuen Medien, den Chancen und den Gefahren. Das geht vom sicheren Umgang im Chats, bis hin zum richtigen Verhalten in sozialen Netzwerken. Sie befasste sich aber auch mit dem Thema „Cybermobbing“, das Jugendliche im Netz bloßgestellt werden. Die Teilnehmer sollen das Gelernte an andere weitergeben. Hartnagel bewertete dieses Projekt als sehr positiv, auch weil er in der späteren Diskussion den Umgang mit den modernen Medien und Gefahren als eine der großen Herausforderungen für die Jugendlichen nannte.

Darüber hinaus war Hartnagel im Sommerferienprogramm der Stadt aktiv, hat sich bei Elterncafés engagiert und pflegt Kooperationen zu vielen Akteuren in und außerhalb der Schule.

Es gibt Mobbing

Von den anwesenden Schulleitern wurde die Arbeit von Hartnagel unisono gelobt und als wichtig beurteilt. Die „Schulsozialarbeit wird sehr geschätzt“, sagte Elisabeth Sontheimer-Leonhardt für die Federseeschule. Sie ergänze die Arbeit der Schule bestens. Die Schulsozialarbeit sei am Progymnasium gut angekommen, betonte denn auch Dr. Matthias Hoffmann. Er betonte vor allem dem präventiven Aspekt der Arbeit, denn „vorbeugen ist besser als reparieren“.

Aus dem Rat auf das Thema Mobbing angesprochen, machte Hartnagel deutlich, dass es auch Mobbing und Ausgrenzung an Buchauer Schulen gibt. Wenn ihm ein Fall bekannt werde, gehe er auf die Täter zu. Dabei bleibt es aber nicht, denn auch die Schule selbst reagiere in solchen Fällen – und zwar ganz massiv, wie Hoffmann betonte. „Mobbing erfordert eine klare Reaktion“, betonte er.

(Erschienen: 06.03.2014 19:20)

Text:  Bruno Jungwirth (SZ)

Foto: A. Grüninger (SZ)

Hausaufgaben sinnvoll – mit Einschränkungen!

Das Progymnasium hatte zum „4. Runden Tisch“ die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Britta Kohler eingeladen
Sind Hausaufgaben notwendig? Sollen Eltern helfen? Erbringen sie den erwünschten Erfolg in der schulischen Entwicklung?

Der volle Musiksaal des Progymnasiums beim „4. Runden Tisch“ mit der Erziehungswissenschaftlerin Dr. Britta Kohler zeigte deutlich das große Interesse an diesem Thema, zumal es gerade in den Familien oftmals als belastend empfunden wird. Dort werden vor allem die zeitliche Belastung, die damit verbundene soziale Isolation und die daraus häufig entstehenden familiären Konflikte als sehr kritisch beurteilt.

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„Hausaufgaben werden in ihrer Bedeutung häufig stark überschätzt.“ Dieses allgemeine Urteil von Dr. Britta Kohler erstaunte sowohl manche der anwesenden Lehrer als auch viele Eltern und Schüler.

Obwohl Studien nicht pauschal, sondern individuell bewertet werden müssten, hätten Forschungsergebnisse ergeben, dass die leistungssteigernde Wirkung von Hausaufgaben relativ gering sei. Eine Untersuchung in Mathematik über vier Monate in den Kantonen Schwyz und Zug (in den Klassen 4 und 6) zum Beispiel hätte sogar ergeben, dass bei Wegfall der Hausaufgaben und nur einer Unterrichtsstunde mehr pro Woche eine vergleichbare Effizienz erreicht werden konnte.

Ein weiterer Aspekt sei, dass die Hausaufgaben meist  für alle gleich, aber damit für die einen zu leicht und für andere wiederum zu schwer sind. Außerdem prägten weitere Faktoren, wie die Bedingungen im Elternhaus oder des Schulsystems, nach Angaben der Wissenschaftlerin den Lernerfolg der Schüler. Ihr Fazit sei, dass didaktisch sinnvolle und pädagogisch verantwortbare Hausaufgaben einen außerordentlich hohen Anspruch bedeuteten. Falls dies nicht geleistet werden könne, sei ein Verzicht auf Hausaufgaben häufig sinnvoller.

Entscheidend aus der Perspektive der Lernzeit sei auch der „Netto-Zeitgewinn“. Werde für das Stellen, Kontrollieren und Auswerten der Hausaufgaben mehr Zeit verwendet als für ihre Anfertigung oder würden die Hausaufgaben unter Zeitdruck erstellt und danach weder kontrolliert noch besprochen, könnten sie ihre mögliche Wirkung nur schwer entfalten. Aus dieser Sichtweise sei es sinnvoller, Übungsphasen in den Unterricht zu integrieren und dabei einzelne Lernende sorgsam zu unterstützen.

Dennoch seien Hausaufgaben aktuell ein wichtiger Bestandteil. Wichtig sei dabei, den Umgang mit Hausaufgaben dem Alter und der Entwicklung der Lernenden, ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen anzupassen.

Darüber hinaus stelle sich auch die Grundfrage, ob Eltern helfen sollten. Vorliegende Forschungsergebnisse zeigten, dass sich Elternhilfe häufig ungünstig auswirke. Auch konnte bis heute nicht gezeigt werden, dass Kinder aus sogenannten bildungsfernen oder ökonomisch schlechter gestellten Elternhäusern benachteiligt seien. Insgesamt gelte für Hausaufgaben und elterliche Hilfe die Frage nach der Qualität.

Im Prinzip sollten Hausaufgaben so gestellt sein, dass sie ohne fremde Hilfe erledigt werden können. Eine Unterstützung, die vom Schüler entweder als ungebetene Einmischung oder gar Überwachung erachtet werde, könne sehr problematisch sein. Hilfreich sei, wenn Unterstützung so gering wie möglich ausfalle, die Selbständigkeit fördere und Eigenständigkeit zulasse. Kohlers schlussfolgerung war: „Fast alle Eltern meinen es gut, nur wenige handeln konstant so.“ Dabei sei die Frage der Elternhilfe allerdings auch in hohem Maße vom Handeln der Lehrkräfte abhängig. Hier sei die Schule in Bezug auf Qualität und Quantität gefragt – die Eltern nur für die Lernatmosphäre, also das Grundgerüst.

Bei der anschließenden Diskussion war sowohl Skepsis als auch Zustimmung zu spüren. Nach Ansicht von Dr. Matthias Hoffmann bleibe dieses Thema aktuell. Gerade eine kleine Schuleinheit wie das Progymnasium sei dank der kurzen Wege und engen Beziehungen geradezu dafür geschaffen, dieses Thema in angemessener Weise anzugehen. Eine Hausaufgabe, die sich bestimmt für alle lohne.

Abschließend lobte Dr. Britta Kohler die anwesenden Schüler für ihren Mut und ihre objektive Art und Weise, zu argumentieren und ihren Standpunkt in dieser Sache klar darzulegen.

Textquelle: Artikel von (bb), erschienen in der SZ : 13.03.2014 21:20 (SZ online),

Die Textquelle wurde von Martin Gabel für die Schulhomepage überarbeitet und teilweise abgeändert.

Bild: Britta Kohler

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Frau PD Dr. Britta Kohler ist seit 2009 Akademische Rätin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen (Abteilung Schulpädagogik).

Sie ist zuständig für die Beratung von Lehramtsstudierenden mit Fragen bzgl. der Pädagogischen Studien, des BWBS sowie des Faches Erziehungswissenschaft und auch für die Studienberatung im Bereich der Schulpädagogik in anderen Studiengängen.

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind im Bereich der empirischen Unterrichtsforschung, der Schulleistungsstudien und der Hausaufgaben angesiedelt.

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Literaturempfehlung:

 

MG

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Präventionstag Rauchen für Klasse 7

Schulen spielen für das Thema Prävention bei Jugendlichen eine wichtige Rolle und das Progymnasium Bad Buchau ist sich dieser Verantwortung bewusst. Im Rahmen des Präventionskonzepts der Schule fuhren die Klassen 7 mit den Präventionsbeauftragten der Schule, Frau Dorn und Frau Mayer, zum einem Vortrag zur Problematik „Rauchen“ nach Konstanz. Vorab wurde das Sealife in Konstanz besucht mit unterschiedlichen Lebensräumen von Fischen und Meerestieren.

Anschließend fuhr man zum Klinikum Konstanz, denn Herr Dr. Kiefer, Chefarzt der Thoraxchirurgie am Klinikum Konstanz, bietet seit vielen Jahren Vorträge für Schulen zu diesem Thema an. Er schilderte neben den allgemein bekannten Wirkungen des Rauchens auch anschaulich medizinische Fälle aus seiner täglichen Praxis.

„Stellt Euch die Berichterstattung vor, wenn ein Jumbojet abstürzt und alle 390 Insassen dabei den Tod finden. In allen Medien wird dann ausführlich darüber berichtet“, führte der Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie aus, „aber täglich sterben mehr Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens und darüber kommen so gut wie keine Berichte.“

Nach dieser Einführung lauschten die Schüler und Schülerinnen aufmerksam den weiteren Ausführungen und lernten Fakten und Statistiken zum Thema Rauchen kennen.

Warum macht Rauchen abhängig? Und welche Folgen hat diese Sucht? Das Klinikum Konstanz bot einen informativen Vortrag, bei dem diese Fragen beantwortet wurden. Dazwischen war immer wieder Gelegenheit für die Schüler und Schülerinnen, nachzufragen oder einen Sachverhalt ausführlicher zu erörtern. Im zweiten Teil seines Vortrags ging Herr Dr. Kiefer gezielt auf die medizinischen Aspekte des Rauchens ein. „Was glaubt Ihr, wie viele Jahre nach der Rauchentwöhnung dauert es bis der Körper eines jahrelangen Rauchers die Spuren des Rauchens wieder aus dem Körper hat?“ fragte der Chefarzt. Die Schüler durften raten, aber die Zahl 15 als statistischer Wert kam ihnen doch unglaublich lang vor. Zum Abschluss zeigte Herr Dr. Kiefer noch einige Bilder aus seinem Operationssaal. Es kam klar heraus, dass Lungenkrebs durchaus jeden und in jedem Alter treffen kann. Aber es wurde auch sehr deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bei Rauchern und hier vor allem bei Rauchern, die schon als Jugendliche mit dem Rauchen begonnen hatten, sehr viel höher liegt.

Vielen Schülern und Schülerinnen war anzumerken, dass sie das Thema beschäftigte und dass sich vielleicht auch einige Eltern zu Hause fragen lassen mussten, warum sie denn zur Zigarette greifen. Das Suchtpräventionsprogramm hatte seine Wirkung hinterlassen. Wie lange?

Text und Bilder: Angelika Mayer, Ute Dorn

 

Steinzeit-AG geht ins dritte Jahr

Die Kooperation des Progymnasiums Bad Buchau mit dem Federseemuseum geht ins dritte Jahr.

Am 11.03.2014 fand die erfolgreich etablierte Steinzeit-AG zum ersten Mal in diesem Jahr statt. Die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 6. Klassen trafen sich bei strahlendem Sonnenschein am Federseemuseum und wurden dort von der Museumspädagogin Lilian Varghese in Empfang genommen. Das Thema des heutigen Tages lautete „Bäuerliches Leben am Federsee“.

Die Schülerinnen und Schüler durften selbst aktiv werden,

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indem sie die verschiedenen Stationen zur Getreideverarbeitung mit authentischen Werkzeugen der Jungsteinzeit absolvierten. „Das macht Spaß, aber essen möchte ich das nicht!“, kommentierte eine Sechstklässlerin kritisch ihr selbst gemahlenes Mehl. Vor allem die Sandkörnchen, die durch das Mahlen mit Steinen entstehen, zeigten den großen Unterschied zwischen dem damaligen und dem heutigen Mehl.

Aber was ernteten die Steinzeitmenschen eigentlich? Mit den alten Getreidesorten Emmer und Einkorn war bisher kaum einer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Berührung gekommen. Am Ende des Tages war nicht nur jedem klar, was es bedeutet, wenn die Spreu vom Weizen getrennt wird. Auch die viele Arbeit, die zum Brotbacken nötig ist, wurde von den Kindern nun ganz anders wahrgenommenen.

Bei jedem weiteren Treffen wird ebenfalls ein Thema des steinzeitlichen Lebens besonders im Mittelpunkt stehen. „Wie stellten die Menschen damals ihre Kleidung her?“ – dies wird die nächste Frage sein, der die jungen Forscherinnen und Forscher nachgehen. Weitere Programmpunkte sind Töpferei und die Jagd. Abschließend wird die zum Abschlussfest gekochte Steinzeitsuppe beweisen, dass es auch in der Steinzeit für unsere heutigen Verhältnisse leckere Mahlzeiten gab. Besonders beliebt sind die vielen praktischen Elemente der Veranstaltungen: Wer hat schon eine echte selbstgemachte Steinzeittasche zuhause? Beim Anfertigen dieser Gegenstände können die Schülerinnen und Schüler selbst dem jungsteinzeitlichen Leben nachspüren, über das sie im diesjährigen Geschichtsunterricht schon einiges gelernt haben.

Text und Bilder: Bianca Leutz, Ursula Boss

Rückblick auf den Info-Abend

Rückblick auf den Info-Abend

Der „Abend der offenen Tür“ des Progymnasiums Bad Buchau weckte auch in diesem Schuljahr wieder reges Interesse bei den Viertklässlern und ihren Eltern, die am Anfang des Abends durch Schulleiter Dr. Matthias Hoffmann herzlich begrüßt wurden.

Nach den beiden musikalischen Einstimmungen, einem heiteren „Bonjours“ und einem selbstbewussten „Formidable“ durch die Klassen 6, begann der  Informationsteil, an den sich eine Fragerunde anschloss. Die Schulleitung hatte dieses Jahr ehemalige Schülerinnen und Schüler eingeladen, um den Eltern die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen aus erster Hand kennenzulernen. Ein Teil der Schüler war trotz anstehender Abiturprüfungen gekommen um „ihr Progymnasium“ zu vertreten. So konnten schon zu Beginn zwei der drängendsten Fragen der Eltern beantwortet werden: Trotz G 8 bleibe den Schülerinnen und Schülern ausreichend Zeit für Ihre Hobbys. Außerdem gelinge der Übergang nach Klasse 10 auf die umliegenden Vollgymnasien problemlos,  sie hätten sich sehr gut vorbereitet gefühlt. Diese Wahrnehmung der Schüler deckt sich mit den Rückmeldungen der Gymnasien in Riedlingen und Biberach, die den gelungenen Übergang und die sehr guten Leistungen bis hin zum Abitur bestätigen. Besonders beeindruckte auch, dass die ehemaligen Schülerinnen und Schüler unisono bestätigen konnten, wie wertvoll ihnen ihre Zeit am Progymnasium erscheint und wie wohl sie sich gefühlt haben: „Es gibt hier keine Schubladen, jeder wird ernst genommen, so wie er ist“, hieß es. Sie würden jederzeit wieder das Progymnasium besuchen.

Schulleiter Hoffmann betonte in diesem Zusammenhang die umfassende Bedeutung des Bildungsbegriffs, die über bloße Wissensvermittlung weit hinausgehe.  Bildung betreffe im Kern die Persönlichkeitsentwicklung, sei also Faktor des Reifungsprozesses, weshalb im Mittelpunkt des Schullebens nicht die abprüfbare und benotete fachliche Leistung, sondern der einzelne Schüler als Gesamtpersönlichkeit stehe. Dass dies am Progymnasium besonders gut gelinge, führte Hoffmann nicht nur auf die überschaubare Größe der Schule zurück, sondern vor allem das pädagogische Konzept und das Engagement der Schulgemeinschaft.

Die Schulleitung vermittelte im Anschluss einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der Schüler bei der Mitgestaltung des Schullebens. Dabei wurde deutlich, dass Individualisierung, Differenzierung und selbstorganisiertes Lernen kein Privileg der Gemeinschaftsschulen sind. Die Schul- und Unterrichtskultur am Progymnasium habe sich deutlich weiterentwickelt und komme dem Leitbild der „UNESCO-Schule“ schon sehr nahe, stellte Hoffmann fest.  Im Gegensatz zur Gemeinschaftsschule baue das Gymnasium aber auf eine Vielfalt von Unterrichtsmethoden, die sowohl der Individualität der Schülerinnen und Schüler, der Stärken der einzelnen Lehrer und den zu erwerbenden Kompetenzen und Inhalte gerecht werde.

Nach einem Überblick über das besondere Profil des Progymnasiums, seine Förder- und Präventionskonzepte, kam die Elternbeiratsvorsitzende des Progymnasiums, Frau Silvia Marquardt, zu Wort. Sie bestätigte aus Elternsicht die von Schülern und Schulleitung vorgetragenen Pluspunkte der Schule und betonte die sehr enge und positive Zusammenarbeit innerhalb der Schule. Sie hob dabei auch die Wohnortnähe hervor, die den Kindern ein echtes gymnasiales Bildungsangebot in vertrauter Umgebung und ohne weite Anfahrtswege biete.

In der Zwischenzeit durften die Viertklässler die Schule und ihre Räumlichkeiten erkunden. Sie konnten interessante Versuche in den naturwissenschaftlichen Fachräumen erleben. Auch die Keyboard-Vorführung im Musiksaal begeisterte die Grundschüler ebenso wie der Pyramidenbau, bei dem die Schüler versuchten, sich auf drei Ebenen zu stapeln. Weiter ging es durch den Computerraum und den Physiksaal, in dem einigen die Haare zu Berge standen –  dank der elektrischen Ladung. Vor allem gefiel den Schülern, dass man überall mitmachen konnte. Es wurde nicht nur etwas vorgeführt, sondern man konnte alles selbst ausprobieren und spielerisch Erfahrungen sammeln.

Informationen über die Kooperationen mit den außerschulischen Partnern Franz Kessler GmbH, Federseeklinik GmbH und Federseemuseum, die Londonfahrt, den Frankreich-Austausch und die Studienfahrt nach Holland beendeten den Rundgang. Dabei gaben die Schüler bereitwillig Auskunft, die die Ausstellungen vorbereitet hatten. Besonderes Interesse fanden die Lesekisten, mit denen Schüler ihre Lieblingslektüre von Schülern kreativ gestaltet hatten. Die Schülerbibliothek wurde von den Schülern vorgestellt, die sie verwalten. Beeindruckt waren die Eltern auch von Projekten  der Klasse 8 im Fach Naturwissenschaft und Technik, deren Ergebnisse ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Kompetenz bezeugten.

Im Anschluss an den Rundgang durften sich alle dank der Bewirtung durch den Elternbeirat mit Würstchen, Brezeln und Getränken stärken und individuelle Fragen mit allen am Schulleben Beteiligten besprechen.

Die Rückmeldung der Eltern fiel positiv aus. Viele fanden die Veranstaltung nicht nur äußerst informativ, sondern fühlten sich vor allem von der vertrauensvollen Atmosphäre angesprochen. Es sei spürbar, sagte eine Mutter, dass hier ein wirklich persönliches Verhältnis zwischen Schülern, aber auch zwischen Schülern und Lehrern bestehe. Die Schule lege viel Wert auf ein pädagogisches Miteinander, das Individualisierung und Differenzierung ermöglicht: „Hier kann man sich als Schüler wohlfühlen und entfalten.“